PFLANZENFASERN VON DAMALS UND MORGEN 

Publié le 08 avril 2021

Leinen, Hanf, Brennnessel… in diesem Ausstellungsbereich kann man die Geschichte der Naturfasern von der Antike bis in die heutige Zeit entdecken, wo sie wieder auf gestiegenes Interesse stoßen. Leinen wurde bereits 36.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung verwendet. Nach einer Einführung (Texte, Bilder, Videos) in das Thema der Naturfasern folgt eine Präsentation von außergewöhnlichen Kleidern und Accessoires aus dem 19. und 20. Jahrhundert sowie von zeitgenössischen Kleidungsstücken, die im Elsass aus Leinen und Hanf gefertigt werden. Gleichzeitig bekommt man einen Überblick über die gegenwärtige Verwendung dieser Pflanzen im Alltag. Die Weberei Emanuel Lang stellt ihre Ausstellung mit dem Titel ‚Leinen – vom Anbau bis zur Verarbeitung‘ zur Verfügung, in der anhand von Arbeitsgeräten die gesamten Produktions- und Verarbeitungsschritte gezeigt werden.



► Studenten der HEAR (Haute école des arts du Rhin) und der ESAD (Ecole Supérieure d’Art et de Design) stellen ihre Arbeiten zur Naturfaser Hanf aus.

  • WOVEN MEETING, von Cécile Le Picaut (HEAR) und Aline Riehl (ESAD)
    Das Ziel des Projektes ist es, den Beruf in 3D zu weben besser in Betracht zu ziehen, um eine sich selbst strukturierende Form, welche die Beschaffenheit des Hanfs hervorhebt zu erhalten.
  • GUIPURE, von Chloé Leroy (ESAD) und Juliette Planchon-Clément (HEAR)
    Diese Arbeit erfindet die zeitgenössische Gipüre neu: Spitze ohne Hintergrund aus verstreuten Motiven bestehend, ursprünglich als vestimentärer Schmuck oder in der Anfertigung von Dekorationsvorhängen. Das Projekt erkundet das in 3D fließgepresste Motiv mit Hilfe eines einfachen Prozesses, einem Raster, der aus Nägeln auf einem Holzbrett, auf welchen die Fäden gespannt sind, besteht.
  • SYMBIOSIS, von Maëlle Charpentier (HEAR) und Victor Le Fessant (ESAD)
    Das Projekt bietet die Begegnung von zwei Produkten auf Basis von Hanf, Papier und Isolationsfilz an. Der Zellstoff wird aus Hanfzellulose hergestellt und durch eine Färbung, entstehend aus Abfallprodukten von Textilien, Fasern und Baumwolle, veredelt. Der Isolationsfilz ist aus Weichen mit einer Arbeit auf einer Polsterung konzipiert. Zusammen werden die beiden Materialien gepresst und geformt, um ein neues homogenes Material zu erhalten, welches strukturierend und weich ist und akustische Absorption, thermische Isolation und Komfort begünstigt.


Symbiosis
Maëlle CHARPENTIER et Victor LE FESSANT

Woven Meeting
Aline RIEHL et Cécile LE PICAULT

Guipure
Chloé LEROY et Juliette PLANCHON CLEMENT




► Der Lotus, eine aussergewöhnliche Faser

Dieser Schal wurde traditionsgemäß in Kambodscha im Hof des Lotus nach den alten Handtechniken von vor 5.000 Jahren gewebt. Die Handwerker, hauptsächlich Frauen, haben Preise der Exzellenz der UNESCO und des französischen Instituts für Textilien (IFTH) erhalten.



Die zweite Künstlerin, die eingeladen wurde, ist Élisabeth Heim, sie kommt aus Blois und ist Spezialistin der aus Japan stammenden Kunst des Oshibana (Blumenpressens), die sie mithilfe einer eigens entwickelten Technik betreibt. Die Blumen werden nach dem Pflücken unter einer Presse getrocknet und dann kunstvoll zu Szenen und Bildern arrangiert und zusammengesetzt.

Im oberen Stock kann man den Naturfasern interaktiv ganz nahe kommen, dort gibt es Stoffe und Gewebe aus Hanf, Baumwoll- und Leinen-Ballen zum Anfassen.